L’armangia

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L’armangia

Für einen Menschen wie mich, mit einem eher technischen Hintergrund, ist es nicht ganz einfach, mit sprachlichen Mitteln die Poesie und Hingabe zu vermitteln, die zu meiner Arbeit und meinem Leben gehören. Wahrscheinlich wäre es also sinnvoller, meine Weine einfach für sich sprechen zu lassen, aber ich möchte diesen Aspekt nicht aus rein stilistischen Gründen in fremde Hände geben. Ich bitte Euch deshalb, mir meine von Herzen kommenden, aber vielleicht nicht perfekt gewählten Worte nachzusehen, denn meine wahre Ausdrucksform ist die Weinerzeugung. Meine Familie lebt seit dem späten 17. Jahrhundert in Canelli. Ein Ignazio Giovine des Jahres 1653 besaß Ochsen und einen Wagen, etwa ein Jahrhundert später waren einige Weingärten auf den Hügeln des Weilers Sant’Antonio zum Familienbesitz hinzugekommen, bis heute eine der besten Lagen für den Moscato d’Asti. Ab 1850 begannen wir, Wein aus den eigenen Trauben herzustellen und ihn vor allem in Italien, aber auch, dank einiger piemontesischer Migranten, in Brasilien und Argentinien zu verkaufen. Mit den Jahren entwickelte sich daraus ein Betrieb, in dem die eigenen Weinberge gepflegt, aber für Weinherstellung und Weinhandel auch Trauben dazu gekauft wurden, und daran hatte sich nichts geändert, als ich 1988 mein Önologie-Studium in Alba abschloss. Am 8. Mai 1988 war es dann soweit. Ich gründete mein neues Weingut, dessen Grundlage natürlich die historischen Weinberge der Familie und das umfassende, überlieferte Wissen um die Weinherstellung lieferten: L’armangia. L’armangia bedeutet im piemontesischen Dialekt „Revanche“, für mich und meine Familie eine Verpflichtung mitzuhelfen, den in den letzten Jahrzehnten durch den Fokus auf Massenware abgewirtschafteten Ruf Canellis als Heimat großer Weine wieder herzustellen. Heute leiten meine Frau Giuliana und ich ein Weingut, zu dem inzwischen mehr als 10 Hektar Weinberge in den Gemeinden Canelli, Moasca, San Marzano Oliveto und Castel Boglione gehören. Als Önologe kümmere ich mich persönlich um Weinberge und Weinkeller, ohne externe Berater oder Weintechniker, – schließlich sollen jeder meiner Weine genau die Persönlichkeit haben, die ich mir für ihn vorstelle.

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